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29.01.2016

Zeugnistag

Heute gab es Zeugnisse.........

Heute gab es Zeugnisse. Ein schöner Tag für Menschen, die Ergebnisse bevorzugen. Die mit Training alleine nicht froh sind und immerzu Wettkämpfe brauchen. Was ist dieses Zeugnis anderes als die Tabelle zu Beginn der Rückrunde? Abstieg droht wie die Nichtversetzung. Da sind Sportler wie Schüler dem Gegeneinander ausgeliefert. Das Miteinander findet nicht statt, oben steht nur der Name von einem, wie in der Einzelbilanz.  Und Lehrer sind die Funktionäre, die kein Zeugnis bekommen, keinen Wettbewerb haben, nicht mal Qttr-Punkte.

So dürfen sich die Funktionäre des Sports selber ein Zeugnis ausstellen. Das machen sie häufig in ihren Grußworten. Nehmen wir unseren Regionsvorstand Eifel, fachlich ist wie immer nichts auszusetzen. Hausaufgaben wurden gemacht, es gibt Protokolle von Vorstandssitzungen, wo die Arbeit nachzulesen ist, und die Regionsveranstaltungen wie Regionsmeisterschaften wurden wie stets vorbildlich durchgeführt. Bleiben die so genannten Kopfnoten für Mitarbeit und Verhalten. Da ist es wie in der Schule. Je nachdem welchen Lehrer man fragt, bekommt man unterschiedliche Antworten. Und ebenfalls wird darüber öffentlich nicht gesprochen, außer jetzt von mir, denn es gilt ja das Konferenzgeheimnis.  Fragt man dennoch zum Beispiel den Vorstand des TTVR könnte der in den letzten Jahren sehr gute Eindruck zu Verhalten und Mitarbeit der Eifler einige Kratzer bekommen haben. Dem Regionsvorstand mit Wolfgang Binder als Vorsitzenden, Heinz Hansen als Sportwart und Jürgen Föst als Jugendwart müsste in diesem Jahr sogar von Vereinsseite zumindest eine Bemerkung ins Zeugnis geschrieben werden, denn sie haben angekündigt, beim anstehenden Regionstag nicht wieder zu kandidieren. Ist das denn erlaubt? Dieser Verzicht kommt für die Vereine ziemlich überraschend. Saßen nicht beim letzten Regionstag in Bettingen alle vereint und motiviert zusammen mit TTVR-Präsident Fuchs auf der Bühne? Was ist da passiert? Man müsste die Beteiligten fragen, Wolfgang, Heinz, Jürgen, was ist passiert im letzten halben Jahr?

Recherche….TTTalk? Hallo, wo ist die legendäre Seite? Sie wird auf diesem Server nicht angezeigt. Ok, ich sitze in der Schule, habe eine Freistunde und vermutlich hat das Spamprogramm verhindert, dass ich mich kritisch meiner Aufgabe widmen kann, die ich seit einigen Jahren mehr schlecht als recht in der Region Eifel wahrnehme und die auch im Bereich des TTVR seit vielen Jahren das Dasein eines Mauerblümchens fristet. Neben anderen Mauerblümchen wie dem Schulsport, dem Behindertensport etc., aber man kann nicht alles gleichzeitig machen, oder doch? Ich versuche es, das Gewirr der Gedanken sei angekündigt, ich gebe mir Mühe. In der Tischtennissprache: Kampf um jeden Punkt, jeden Satz. Und jedes Komma natürlich.

Gemeint ist der Bereich der Öffentlichkeitsarbeit im TTVR, also die Versorgung der interessierten Tischtennisspieler mit Bildern und Texten, Berichten, Interviews, Kommentaren, wozu, und hier gehen die Meinungen auseinander, in jedem Fall auch vom Programm der Verbandsspitze abweichende Kommentare zählen müssen. Die Verbandsspitze hat in den Anfängen des Internets,  Karl Gesenhues hieß der Webmaster Ende des letzten Jahrtausends, abweichende Kommentare zuerst zugelassen und dann, der Unterscheidung von Meinung und Beleidigung nicht mehr Herr werdend, auf eine Forumsfunktion schließlich ganz verzichtet. Der gemeine Tischtennisspieler ist seitdem auf die Seite tttalk angewiesen, wenn er denn kritisch, objektiv und online Hintergründe der Verbandspolitik erfahren möchte. Geht aber gerade nicht, wo ich diesen Text nun endlich verfassen möchte, oh, die Freistunde ist schon halb rum, schaue ich mir die Seite des TTVR an. Klar bin ich als Tischtennisspieler hier öfters und weiß, dass sie gut gefüttert wird. Bei click-tt müssen Mannschaftsführer binnen 24 Stunden die Ergebnisse einstellen, ansonsten folgt die Geldstrafe automatisch auf dem Fuß. Unterschiedliche Autoren schreiben die Tischtennisnews. Und dann sind da noch die Regionsseiten. Hier kann man schön sehen, was passiert, wenn  in einer Region nach vielen Querelen und Neuwahlen Aufbruchsstimmung herrscht. In Koblenz/Neuwied, der nach Mannschaften und Vereinen größten Region des Verbandes, gibt es einen neuen Beauftragten für Öffentlichkeitsarbeit und gleich zahlreiche Beiträge. Der neue Vorsitzende Marcel Mareien verfasst sein Grußwort für das neue Jahr, macht einen Seitenhieb auf die Region Rhein-Hunsrück und schreibt über die Eifel:

Mit Bedauern hat mich die Nachricht aus der Region Eifel erreicht, dass der Regionsvorstand um Wolfgang Binder, wohl auch aufgrund Diskrepanzen zum Präsidium, auf dem nächsten Regionstag 2016 nicht mehr zu Verfügung stehen wird. Ich habe Wolfgang Binder als sehr engagierte Persönlichkeit kennengelernt, die auch unheimlich tief in der Materie steckt, ein herber Verlust unter anderem für das Gremium Hauptausschuss. Ich persönlich würde es sehr begrüßen, wenn dieser angedachte  Schritt nochmals überdacht wird, auch wenn ich aufgrund der Vorkommnisse der Vergangenheit für diesen Schritt Verständnis habe.

Man kann jetzt ohne Ende recherchieren, weil es so richtig zusammen gefasst nirgendwo steht. Bei tttalk kann man sich durch die Einträge wühlen, aber eine Ursachenforschung findet wie immer nur hinter verschlossenen Türen statt. Das ist doch das Einzige, was ich immer und immer wieder kritisiere. Es gibt bei Sportfunktionären allgemein eine Angst vor der Öffentlichkeit. Man fühlt sich dazu verpflichtet, nur die positiven Ergebnisse der eigenen Arbeit herauszustellen. Alles andere gilt als Nestbeschmutzung. Warum eigentlich? Diese Öffentlichkeit ist doch sehr überschaubar, man kennt sich und redet ohnehin darüber. Und fast alle machen ihre Arbeit gut, wer nichts macht, macht auch keine Fehler. Warum also diese Geheimniskrämerei?  Es gibt eine Angst, dass Entscheidungen, die für manche unangenehm sein können und über Jubelarien, Spielberichte und Veranstaltungshinweise hinausgehen, kontrovers diskutiert werden. Diese Diskussion ist aber Grundvoraussetzung für Entwicklung. Auch für Sportentwicklung. Von daher kann ich dieses Ressort nur dann ernst nehmen, wenn jedem Mitglied des TTVR, mir als Vorsitzenden des kleinen aber herausragenden TTC Kerschenbach nicht nur das Recht zur Teilnahme am Verbandstag gegeben wird, sondern ich auch mit einem Organ des Verbandes meine Meinung mit anderen Enthusiasten dieses Sports zu seiner Entwicklung teilen kann. Vorher kann ich von Öffentlichkeitsarbeit nicht sprechen sondern nur von Hofberichterstattung. Diese simple Unterscheidung ist für jeden Demokraten nachvollziehbar.

Soll sich ein Verband, der so heterogen ist wie der TTVR, wo 95 Prozent der Aktiven bei ihrem Sport mit der Verbandsebene gar nicht in Berührung kommen, weiter entwickeln, dann geht das nicht ohne immer weiter entwickelte Regionen. Ein Blick ins Geschichtsbuch muss da sein, denn der Tischtennisverband Rheinland ist längst im Seniorenalter angekommen. Ü 65 spielt er jetzt. Mit knapp 40 kam er in die Krise, die eine ökonomische war, die Kasse war angezapft worden, nicht gut für eine Gemeinschaft von Ehrenamtlern, der Kahn war kurzzeitig vom Kentern bedroht, führerlos. Dann übernahmen Fuchs, Gabel, Feuckert, die großen Drei, und Homscheid wurde engagiert, der Lotse im Dschungel des Sportverbandsgeschäfts. Das Machtzentrum wanderte von Trier in den Westerwald. Man musste sich nicht neu erfinden, aber führen und mit der Zeit gehen. Die Tatsache von Kostendruck und fehlender Funktionsträger auf Kreisebene begegnete der TTVR  1998 mit einer Strukturreform. Die Regionen wurden geboren. Der TTVR war nun 50 und hatte nur noch acht Kinder zu versorgen. Die Regionen, und das war gewollt, waren in ihrer Handlungsfähigkeit aber ganz dem Verband unterstellt und, wie es bei Kindern so ist, sie entwickelten sich sehr unterschiedlich. Was an Mentalitäten liegt, an Vereinsstrukturen, vor allem aber an den Charakteren der handelnden Funktionäre, die fortan im Hauptausschuss genannten Gremium aufeinandertrafen und sich stunden- und nächtelang die Köpfe heiß redeten über jedes noch so geringe Detail des Spielbetriebs. Kurz danach folgte die Reform des Verbandstags, nur mehr Delegierte der Regionen sollten dort über das Schicksal des TTVR entscheiden. Der einzelne Verein hat als Mitglied des TTVR nur indirekt mitzubestimmen.

Die Funktionäre in Vereinen und Regionen unterscheiden sich meiner Meinung nach hinsichtlich ihrer Interessen aber von denen beim Verband, Interesse im wörtlichen Sinn von „Dazwischen sein“.  Und das ist Grundlage für die hohe Fluktuation bei Funktionsträgern. Es gibt hier keine ehrliche Auskunft über die Interessenlage. Keine Diskussion.  Damit sollte man Schluss machen und fragen, was einen denn antreibt, neben dem Schläger auch noch Telefon und PC zur Sportausübung zu verwenden. Wenn ich darüber nicht Auskunft geben kann, was denn das gemeinsame Interesse sein soll, dann habe ich als Verband ein Problem. Es liegt darin begründet, dass die Regionen alt geworden sind, seit 1998 praktisch volljährig. Und wer volljährig ist hat das Recht auf Selbstbestimmung. Auf eigene Strukturen, natürlich auf eigene Finanzen. Und er hat ein Recht darauf, dass die gute Entwicklung der letzten Jahre gewürdigt wird. 

Die Eifel hat unter Wolfgang Binder in allen Bereichen eine überragende Entwicklung genommen. Das darf einem in Koblenz auch egal sein. Man muss aber zur Kenntnis nehmen, dass die Aufmüpfigkeit einzelner Regionen wie Eifel oder Koblenz/Neuwied eine ganz normale Entwicklung darstellt.  Oder dieses Bild: Wenn Mama dauernd neue Typen anschleppt und nur Opa das Sagen hat, dann kann ein junger Mann auch mal sauer werden. Nicht nur in der Eifel.

Ein Kommentar von Jörg Manner
Ressortleiter Öffentlichkeitsarbeit Region Eifel
Kerschenbach,29.01.2016


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